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Lange bevor man die MT-4 zum ersten Mal in Betrieb nimmt, gibt es diverse Möglichkeiten, den Aufbau der Anlage mechanisch auf die eigenen Belange abzustimmen. Hierfür stellt Sanwa zwei Griffschalen unterschiedlicher Stärke zur Verfügung, sodass sowohl große als auch filigrane Pilotenhände optimalen Halt finden. Drei wählbare Kunststoffeinsätze ermöglichen die Ausrichtung des Gashebels in verschiedenen Winkeln. Darüber hinaus kann der Fahrer per Einstellschrauben den Lenkwiderstand und die Maximalausschläge des Lenkrads in beide Richtungen bestimmen. Beschäftigt man sich mit den mechanischen Variationsmöglichkeiten der MT-4, stößt man allerdings auch auf ein Manko: Die neue Sanwa-Anlage kann nicht für Linkshänder umgebaut werden.
Liegt alles gut in der Hand, kann man die neue Errungenschaft zum ersten Mal in Betrieb nehmen. Dafür werden vier AA-Zellen als Stromversorgung benötigt, die in den mitgelieferten Halter im Sockel einzusetzen sind. Die geringe Anzahl der Akkus oder Batterien hält das Gesamtgewicht der MT-4 auf einem angenehm niedrigen Niveau, was besonders in langen Finalläufen durchaus von Bedeutung ist. Ist auch dieser Schritt erledigt, bleibt nur noch die Betätigung des seitlich platzierten Ein-aus-Schalters.
Besitzer der MT-4 müssen sich auf die Qual der Wahl vorbereiten, denn die Sanwa-Anlage hält beide Optionen bereit. Es handelt es sich bei den Funktionen um geometrische Kurven, die sich in Verlauf und Bezugspunkt unterscheiden, dabei aber ein ähnliches Ziel verfolgen. Mit etwas Einarbeitung dürfte jede denkbare Servoreaktion umsetzbar sein. Von besonderer Bedeutung ist der erste Punkt des 16-teiligen Menüs, der so etwas wie einen Schnellzugriff bietet. Hier werden die wichtigsten Grundmenüs nochmals zusammengefasst, sodass elementare Einstellungen für jeden Kanal direkt vorgenommen werden können, ohne dass man sich durch jeden einzelnen Unterpunkt hangeln muss. Dieser Aufbau ist beispielsweise bei Rennen sehr nützlich, wenn während des Laufs schnell und direkt Veränderungen vorgenommen werden sollen.
In Sachen Übertragungsprotokoll hält die MT-4 diverse unterschiedliche Verfahrensweisen bereit. Wie eingangs erwähnt, ist das reine Vorhandensein der 2,4-Gigahertz-Technik heute kein Garant mehr für Spitzentechnologie. Um sich abzugrenzen, trieben die Produzenten in jüngster Vergangenheit vor allem die Verbesserung der Übertragungsgeschwindigkeit voran. Sanwa ist beim hauseigenen F.H.S.S-System mittlerweile bei der vierten Generation angekommen, mit jeweiligen Upgrades von Stufe zu Stufe. Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass die Empfänger der vergangenen Generationen nicht mehr mit Stufe vier korrespondieren wollen. Hier bietet Sanwa ein besonderes Schmankerl: Je nach Einstellung arbeitet die MT-4 mit Empfängern der F.H.S.S.-Versionen zwei, drei und vier. Natürlich sind dabei mögliche Einbußen in der Übertragungsgeschwindigkeit hinzunehmen, aber grundsätzlich wird eine sehr hohe Variabilität bei der Empfängerauswahl erzielt.
Natürlich ist es keine gute Idee, während der Fahrt den Blick vom Modell abzuwenden, um ausgiebig das Display der Fernsteuerung zu studieren. Um dem vorzubeugen, hält die MT-4 einen Datenlogger bereit, der alle erfassten Messungen speichert. Die Erfassung erfolgt an 120 Messpunkten, deren Abstand zwischen 0,1 und 45,1 Sekunden gewählt werden kann. Rechnerisch ergibt sich so also die Möglichkeit, Aufzeichnungen über eine Zeitdauer von 12 Sekunden bis zu zirka 90 Minuten vorzunehmen. Die Ergebnisse können dann nach Beendigung der Fahrt numerisch und graphisch ausgelesen werden.
Insgesamt bietet die Telemetrie eine sinnvolle Option. Allerdings gilt es zu beachten, dass viele Rennserien in ihren Regularien die Verwendung untersagen. Dabei reicht es meist nicht, die jeweiligen Fühler aus dem Modell zu entfernen, denn schon die Tatsache, dass der Empfänger Daten aussendet, kann verboten sein. Wer also bei Wettbewerben antritt, sollte sich die jeweiligen Vorschriften genauestens ansehen, um eine mögliche nachträgliche Disqualifikation zu vermeiden.
Wie bei technischen Neuerungen üblich, profitierten Anfangs vor allem verhältnismäßig teure Fernsteuerungen vom Fortschritt. Mittlerweile wurde die 2,4-Gigahertz-Übertragung jedoch längst nach unten durchgereicht und es ist heute problemlos möglich, einfache Anlagen aus der Einsteigerklasse für zweistellige Eurobeträge zu erstehen. Das reine Vorhandensein von 2,4 Gigahertz allein reicht also nicht mehr aus, um Kunden für sich zu gewinnen und Marktanteile zu ergattern. Es muss schon ein bisschen mehr sein.
Artikel könnt ihr auf der Seite Von CARS & DETAILS finden