Die Ghz Technik
Im Flugmodellsport kannte man bis anhin die Frequenzbänder im 35 MHz und 72 MHz Bereich. Hierzulande kennt man dieses 2.4GHz-Band auch unter der Bezeichnung ISM-Band - eine Abkürzung bzw. Ableitung von "Industrial/Science/Medical". Daraus ist ersichtlich, dass es sich um ein Band handelt welches für die Anwenungen der Industrie, Wissenschaft und Medizin eingerichtet worden ist.
Besonderheit dieses 2.4GHz-Bandes, es ist weltweit eingerichtet, einzige Ausnahme ist Frankreich.
Vergleicht man das 35MHz- mit dem 2.4GHz-Band dann werden sie folgende Unterschiede feststellen: Bei dem 35MHz-Band liegt die Wellenlänge bei 8.57 Meter - übrigens beim 72MHz-Band sind es 4.16 Meter - und beim 2.4GHz-Band noch 0.125 Meter! Dank dieser geringen Wellenlänge benötigt dieses System eine sehr kleine Antenne, weil eine Sende- und Empfangsantenne in der Regel auf 1/4 der Wellenlänge angepasst wird. Zum Vergleich - im 35MHz-Band verwendet man idealerweise eine Antenne von 2.14 Meter beim 2.4GHz-System genügen 3.12 cm (hier ist die Länge also nicht alles :-)) Klar, dass eine solche Anlage viel einfacher zu händeln ist.
Leider hat eine sehr kurze Wellenlänge auch Nachteile (haben sie sich sicher gedacht ...). Thema Signalausblendungen, hervorgerufen durch Reflexionen inner- und ausserhalb des Modelles. Es müssen technische Vorkehrungen getroffen werden, welches von den Hersteller gemacht wird und sie auch im Griff haben.
Vorteil einer grossen Bandbreite? Das 2.4GHz Band erstreckt sich von 2.400 bis 2.483,5 MHz. Es braucht einen Kanalabstand von 1MHz, man hat also 80 nutzbare Kanäle zur Verfügung! Zum Vergleich: Das 35MHz-Band erstreckt sich von 34,950 bis 25,300MHz - bei einem vorgeschriebenem Kanalabstand von 10 KHz, haben wir 36 Kanäle zur Verfügung, die erst noch sehr eng beeinander liegen!
Erste Funkmodellsteuerungen
Der Physiker Nikola Tesla stellte bereits 1898 auf der Weltausstellung in New York ein von ihm entwickeltes funkferngesteuertes elektrisches Modellboot vor. Die ersten Modellfunkfernsteuerungen gab es in der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre, damals noch in der Regel in Eigenbau mit Röhrensender und -Empfänger hergestellt. Ab Anfang der 1950er-Jahre waren in Deutschland die ersten serienmäßig hergestellten Röhrenfernsteuerungen erhältlich – technisch sehr einfache Geräte mit Trägertastung; die Hochfrequenz des Funksenders wurde lediglich an- bzw. ausgeschaltet. Dadurch konnte nur ein einziger Steuerbefehl (Einkanalsender) übermittelt werden, wobei in der Regel die Modellsteuerung über eine Befehlssequenz erfolgte: z. B. einmal Tippen bedeutet Links-, ein weiteres Tippen wieder Neutralstellung, das nächste Tippen Rechtsruder, usw. Durch die Auswertung der Signaldauer mit Hilfe komplizierter Techniken (die Rudermaschine „Kinematik“ war ein Beispiel dafür) waren Zusatzfunktionen wie Motorsteuerung ebenfalls möglich.




